Der Natur im Winter bewusst begegnen

Eine besondere Erfahrung: allein oder in Begleitung die Umgebung von Neuburg erwandern

Ob mit oder ohne Schnee hat der Winter seinen eigenen Reiz: klare Luft, ruhige Wege und die besondere Atmosphäre der Natur machen Wanderungen jetzt so angenehm. Unsere Tipps führen euch einmal auf einen ausgiebigen Rundweg zwischen Oberhausen und Sinning zum Floramoos und zum anderen auf einen besinnlichen Rundweg in Steinerskirchen, einem Ortsteil von Hohenwart.
Die Natur zeigt sich in dieser Jahreszeit von ihrer ruhigsten und gleichzeitig magischsten Seite. Wer sich jetzt auf den Weg macht, spürt die belebende Kraft der Bewegung, tankt neue Energie und sammelt Momente der Ruhe – die perfekte Gelegenheit, den Alltag hinter sich zu lassen und den Winter aktiv zu genießen.

Rundwanderweg Floramoos – Geheimlabor inklusive

Streckenlänge ca. 7 km
Dauer gut 2 Stunden (Rundweg)
Höhenmeter ca. 100 m

Wegbeschreibung:

Der Rundwanderweg beginnt an der Kreisstraße ND 26 zwischen Oberhausen und Sinning beim Parkplatz an der Roten Säule.
Er führt nach Westen durch den Unterhauser Forst vorbei an den Überresten des Buchberglagers. Hier befanden sich Einrichtungen der Wifo (Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft), die ab 1936 das Tanklager erbaute und betrieb.
Ideal war dieser Standort für die Erbauer, weil das Waldgebiet sich in Staatsbesitz befand und der Boden sandig war, so dass die großen Tanks dort gut und leicht Platz hatten.
Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges wurde das Lager Buchenberg durch alliierte Bombenangriffe völlig zerstört. Die von der Besatzungsmacht angeordnete Sprengung konnte mehrmals abgewendet werden, sodass die tief im Erdboden eingebauten Tanks mit einem Fassungsvermögen von ca. 106.000 m³ noch heute in Betrieb sind.
Nach gut 2 km öffnet sich der Wald zum Floramoos, ein kleines, renaturiertes Niedermoor, in dem im Sommer Orchideen blühen und Unken und Laubfrösche sich wohl fühlen. Aber auch im Herbst und Winter kann man mit viel Glück und Ruhe Rehe und Vögel beobachten.
Ein gut ausgeschilderter Abstecher in den Wald löst das Rätsel um das so genannte „Geheimlabor“ und etwas weiter um die heute so überflüssig erscheinende Unterführung der Eisenbahn.
Der Rundweg setzt sich nun „leider“ über die wenig befahrene Kreisstraße ND 31 ostwärts fort. Man kommt vorbei am Ortsteil „Ziegler“ und kurz vor der Brücke über Eisenbahn und B 16 führt die Beschilderung wieder in den Wald und über Serpentinen hinauf auf den Ulrichsberg. Hier wurde 2002 eine mittelalterliche Bebauung dokumentiert, die eine alte Sage bestätigen konnte.
Durch den Wald führt der Weg zum Ausgangspunkt zurück. Alle sehenswerten Stationen (Rote Säule, Buchenberglager, Geheimlabor, Eisenbahnbrücke und Ulrichsberg) sind mit Informationstafeln gut beschrieben.

Eine Oase der Ruhe und der Begegnung

An der Grenze des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen, aber immer noch im Altbayerischen Donaumoos, befindet sich die Oase Steinerskirchen.

Rundweg ca. 3,5 km lang
Dauer gut 1 Std. Gehzeit
Höhenmeter hinauf ca. 50 m und hinab ca. 40 m

Wegbeschreibung:

Ausgangspunkt ist der Parkplatz in/an der Oase Steinerskirchen. Hier bietet die Wallfahrtskirche zur Einstimmung auf die Wanderung oder danach zum ruhigen Ausklang einen Ort zum Verweilen.
Der Wegbeschilderung folgend führt die Wanderung leicht bergab zur Friedenskapelle und zu den Friedensglocken. Friedensglocken deshalb, weil hier aus vier Bomben aus dem 2. Weltkrieg (aus Amerika zwei, aus England eine und aus Deutschland eine) insgesamt vier Glocken gegossen wurden. Direkt am Wegesrand stehend, sind die Glocken für jedermann zugänglich und können mit verschiedenen Klöppeln zum Schwingen und Klingen gebracht werden. Das Gebet der Vereinten Nationen ist eine weitere Einladung, sich für den Wunsch nach Frieden Zeit zu nehmen.
Kurz danach gabelt sich der Weg – nach links führt der ca. 10 km lange Michaelisweg. Diese Wanderung folgt dem Jugendkreuzweg. Dieser führt leicht bergan in den Wald vorbei an verschiedenen Kreuzwegstationen und bietet nach Öffnung des Waldes einen schöner Blick auf Steinerskirchen.
Weiter über die Flur, mit der Möglichkeit zur kurzen Rast an einem Fischweiher, führt eine Wiesentreppe nach oben. Dort erwartet den Wandernden eine kleine Überraschung: Was macht eine „Buddhastatue“ auf einem Kreuzweg? Doch es ist keine Buddha Darstellung, die man hier sieht, sondern ein buddhistischer Schüler, den ein Pater namens Toni Ringseisen vor zehn Jahren erhalten hat. Diese Statue soll als Symbol die weltoffene und naturverbundene Spiritualität aus der Sicht eines weltweiten Ordens, der Herz-Jesu-Missionare, aufzeigen.