„Neuburg anno dazumal … die Zeitmaschine läuft! Kennt ihr euch aus?“ – mit dieser Rubrik begeistert Pressesprecher Bernhard Mahler nicht nur in den sozialen Medien die Freundinnen und Freunde unserer Stadt. Auch im Kino sind seine Schätze in regelmäßigen Abständen zu sehen – diese Vorstellungen sind regelmäßig ausverkauft.
Auch für unsere aktuelle Ausgabe von HALLO Neuburg hat Bernhard Mahler in seinem Archiv gesucht.
Über den Nachtbergweg und dessen Nutzung wurde 2025 viel diskutiert
Unabhängig von der aktuellen Debatte lohnt aber auch ein Blick zurück in die Geschichte. Die historische Aufnahme stammt aus dem bitterkalten Winter 1879. Es gibt kein Geländer und so kann man den Übergang zwischen Weg und zugefrorener Donau kaum erkennen. Im Hintergrund erkennt man die 1827 errichtete erste Elisenbrücke, die 1854 umgebaut bis 1906 ihre Dienste leistete.
Der Nachtbergweg führt von der sogenannten „Hölle“ nahe der Donaubrücke bis zur Treppe unterhalb der „Schönen Aussicht“. „Nachtseite“ ist dabei ein Synonym für Nordseite, folglich könnte der Weg seinen Namen erhalten haben, weil er auf der Nordseite des Altstadtbergs liegt. Hier kommt kaum Sonnenlicht hin, also ist es überwiegend dunkel bzw. Nacht.
Angelegt wurde der Weg einst als Treidelweg, auch Ziehweg oder Treppelweg genannt. Dies geschah zu einer Zeit, als es auf der Donau noch Personen und Lasten per Schiff befördert wurden. Stromaufwärts mussten die Schiffe von Pferdegespannen gezogen werden. Am Knick des Weges auf Höhe des Nachtbergfelsens kann man in Bodenhöhe bis heute die Einschnitte von den entlangschleifenden Seilen sehen (siehe Bild). Erst mit Einführung der Dampfschifffahrt im 19. Jahrhundert war kein mühsames „Treideln“ mehr nötig.
Abschließend noch eine Zahl zum Nachtbergweg: Genau 94 Stufen führen von der Lände hinauf bis zur „Schönen Aussicht“. Und wer die Nachtbergtreppe regelmäßig hinauf läuft, der weiß, dass die letzten Stufen am oberen Ende besonders hoch ausfallen und die Oberschenkel dann ganz schön brennen.
