Dr. Franziska Hildebrandt

Oberbürgermeisterkandidatin für die Bürgervereinigung WIND

DIE INTERVIEW-FRAGEN

❶ Persönliche Vorstellung: Wer sind Sie? Erzählen Sie uns kurz etwas
über Ihren beruflichen Werdegang, Ihre Verbindung zu Neuburg und warum Neuburg für Sie persönlich lebenswert ist? 

❷ Motivation: Warum kandidieren Sie für das Amt der Oberbürgermeisterin bzw. des Oberbürgermeisters? 

❸ Vision für Neuburg: Wie sieht Ihre Vorstellung von Neuburg in fünf bis zehn Jahren aus? Welche Entwicklung wünschen Sie sich für die Stadt?

❹ Schwerpunkte Ihrer Arbeit: Welche drei Themen sind für Sie die wichtigsten, wenn Sie gewählt werden und warum? 

❺ Bürgernähe und Zusammenarbeit: Wie möchten Sie die Bürgerinnen und Bürger in Entscheidungen einbinden und die Zusammenarbeit mit Vereinen, Wirtschaft und Verwaltung gestalten?

Dr. Franziska Hildebrandt

❶ Aufgewachsen bin ich (62 Jahre) in München. Dort habe ich auch mein Studium der Europäischen Ethnologie begonnen und es schließlich in Marburg mit der Promotion abgeschlossen. 14 Jahre lang habe ich als freie Mitarbeiterin beim Bayerischen Fernsehen zunächst in der Kultur- und später in der Videotext-Redaktion sowohl inhaltlich wie auch strategisch gearbeitet. Über ein Forschungsstipendium meines Mannes waren wir zwei Jahre in San Diego, Südkalifornien. Diese Auslandserfahrung möchte ich nicht missen. Seit 2004 bin ich Geschäftsführerin und Praxismanagerin in der Praxis meines Mannes, kümmere mich erfolgreich um Personalführung, Finanzen und Qualitätsmanagement. Als Mutter zweier – heute erwachsener – Söhne habe ich mich acht Jahre ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzende im Montessori-Kinderhaus und anschließend zehn Jahre als Vorsit-
zende des Elternbeirats des Descartes-Gymnasiums engagiert. Immer wieder habe ich mich neuen Herausforderungen gestellt und diese erfolgreich gemeistert.

Neuburg hat uns vom ersten Tag an begeistert, die schöne Altstadt, das Schloßfest, die zugänglichen Menschen, die Donau, die vielen sehr aktiven Vereine… Gerade weil ich in einer Großstadt aufgewachsen bin, weiß ich die Vorteile dieser 30.000-Einwohner-Stadt mit ihren kurzen Wegen und ihrer Überschaubarkeit besonders zu schätzen.

❷ Um die Vorzüge dieser liebenswerten Stadt zu erhalten und sie gleichzeitig voran zu bringen, braucht es aus meiner Sicht neue Ideen. Nach 24 Jahren sollte nicht nur die Person im Amt der Stadtführung wechseln, sondern sich auch der Blickwinkel und die Prioritätensetzung ändern. Es muss sich in der Stadt etwas bewegen, auch über die Diskussion der 2. Donaubrücke hinaus! Seit sechs Jahren engagiere ich mich für WIND im Stadtrat, habe viel gelernt und möchte nun den nächsten Schritt gehen.

Sicher ist es nicht einfach, mit einer kleinen Fraktion Ideen umzusetzen. Letztendlich geht es aber darum, das für Neuburg Richtige zu erreichen. Im ersten Schritt bedeutet das eine Auseinandersetzung mit Ideen und Gedanken aus der Bürgerschaft und von den Mitgliedern des Stadtrates. Die daraus entstehenden Projekte müssen im Stadtrat unter Mithilfe der Verwaltung zusammengesetzt werden und schließlich, und das ist elementar, müssen die Projekte auch umgesetzt werden

❸ In zehn Jahren könnten wir durch ein neues Einzelhandelskonzept die Leerstände in der Innenstadt minimiert, durch konkrete Angebote an Gewerbetreibende die Wirtschaftskraft Neuburgs gestärkt, Wohlfühl-Räume mit Bäumen, Schatten und Sitzgelegenheiten, an denen sich die Menschen in Neuburg gerne aufhalten, geschaffen, den Verkehrsfluss durch viele kleine Strukturveränderungen für alle Verkehrsteilnehmenden sicher gemacht und das ehrenamtliche Engagement der Vereine sportlicher oder kultureller Natur weiter gestärkt haben.

❹ Die Analyse der wirtschaftlichen Ist-Situation und die Entwicklung von Konzepten für Einzelhandel, Handwerk und Industriebetriebe unter dem Gesichtspunkt „Was kann Neuburg bieten?“ sind Grundvoraussetzung für alle weiteren Projekte, denn sie hängen von der wirtschaftlichen Stärke Neuburgs ab. Ziel dieser Konzepte ist auch eine belebte Innenstadt mit einem aktiven, sozialen Miteinander durch eine lebendige Fußgängerzone im Einvernehmen mit den Gewerbetreibenden.

Neuburg braucht ein Gesamtverkehrskonzept, in dem alle Verkehrsteilnehmenden gleichberechtigt und sicher unterwegs sein können. Das beinhaltet Investitionen in Bürgersteige und Fußgängerüberwege, um Barrierefreiheit herzustellen, in Radwege-Infrastruktur inkl. einer Fußgänger- und Fahrradbrücke sowie dem Ausbau des Nachtbergweges, in den ÖPNV sowie in die Optimierung der Ampelphasen. Dazu gehört auch, dass wir Neues live ausprobieren, wie z. B. einen Einbahnstraßenring in der Innenstadt.

Parallel dazu brauchen wir Strategien für eine klimaresiliente und klimaneutrale Stadt, zur Prävention für Starkregenereignisse und Vorbereitung auf die Erwärmung mit Wasserknappheit inkl. einem „Schwammstadt“-Konzept, sowie konkrete Planungen für Nachhaltigkeit in der Stadtverwaltung und den städtischen Liegenschaften.

❺ Am wichtigsten ist mir der direkte Kontakt zu den Menschen, die in Neuburg wohnen, den ich mit dem Prinzip der „offenen Tür“ suchen will. Sowohl das Jugendparlament wie auch der Seniorenbeirat erhalten einmal im Quartal routinemäßig die Möglichkeit, ihre Themen im Stadtrat zu
platzieren.

Gesprächskreise beispielsweise mit den Vereinsvorsitzenden oder mit den Gewerbetreibenden zu aktuellen Themen sollen regelmäßig stattfinden. Die Bürgerschaft möchte ich über Stadtteilprojekte, wie beispielsweise den Bewegungspark oder die Neugestaltung des Volksfestplatzes, an der Gestaltung ihrer unmittelbaren Umgebung beteiligen. Zentral dabei ist immer, dass nicht nur geredet wird, sondern Ideen auch umgesetzt werden. Ein wichtiges Instrument zur Umsetzung von Wünschen aus der Bürgerschaft soll die Einführung eines Bürgerbudgets sein, bei dem die Bürger über den Einsatz der Mittel direkt mitbestimmen.

Alle Vorhaben eines Stadtoberhaupts sind nur mit einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Verwaltung möglich. Ein regelmäßiger intensiver Austausch mit den Amtsleitungen sowie eine „offene Tür“ auch für die Mitarbeitenden sind mir dabei ebenso selbstverständlich wie ein ehrlicher, respektvoller Umgang.