Unter Freundinnen und Freunden der Kunstszene in Neuburg und der ganzen Region hat sich die Glasermeisterin Barbara Nassler einen Namen gemacht als Kunstkennerin und Künstlerkennerin. Allein in den letzten Jahren kamen Frank Zander, Otto Waalkes, Roberta Rizzi als Schwester des großen James Rizzi, Rosina Wachtmeister, James Francis Gill und Udo Lindenberg für Barbara Nassler gerne nach Neuburg.
2025 hatte Barbara Nassler mit vielen befreundeten Künstlern und Künstlerinnen zum Jubiläumsjahr gemacht: 70 Jahre Glaserei, 65 Jahre Galerie und 65 Jahre Barbara – HALLO Neuburg hatte sie dabei begleitet und mit einem Stadtgespräch in der 4. Ausgabe geehrt.
Nach schwerer Krankheit ist Barbara Nassler am 10. Juni verstorben. Neuburg und alle Kunstbegeisterten aus dem deutschsprachigen Raum, die immer wieder gerne zu einer Vernissage oder auf ein Wiedersehen mit ihr in unsere Heimatstadt kamen, verlieren eine bunte, strahlende, lebensfrohe, gläubige, empathische und großherzige Freundin der Kunst und der Schöpfung. Weggefährten und Freunde erinnern sich.
Gabriele Ritz
Wenn ich an die Chefin denke, dann sehe ich Farben. Knallige Farben, verrückte Ideen und dieses ganz besondere, flippige Lebensgefühl. Sie hat das Leben nicht einfach nur gelebt, sie hat es gestaltet – manchmal kantig, aber immer voller Licht und unendlich facettenreich.
Die letzten sieben Jahre habe ich die meiste Zeit meines Lebens mit ihr verbracht. Wir haben gearbeitet, gelacht, gestritten, kreiert und den Alltag gewuppt. Sie war nicht einfach nur meine Chefin. Wir haben jeden Tag miteinander verbracht,
unzählige Ausstellungen gemeistert. „Ach meine Frau Ritz, hat sie immer gesagt, ich bin so froh, dass ich Sie habe, was würde ich ohne sie machen?“ – Dann habe ich immer gesagt: „Jemand anderen ärgern“.
Als vor wenigen Monaten diese verdammt schwere Krankheit kam, ist unsere Welt erst mal stehen geblieben. Aber wir haben nicht aufgegeben. In den letzten Monaten habe ich versucht, alles für sie zu tun, was in meiner Macht stand. Jeden Tag haben wir acht Stunden Seite an Seite gearbeitet. Das war ihr Wille. – Für mich ganz persönlich beginnt jetzt erst der Weg, das alles überhaupt zu begreifen und zu verkraften. Es wird ein langer Weg werden.
Lasst uns an ihr Lachen denken, an ihren Mut, die Dinge anders zu machen, und an die Spuren, die sie in Form von Kunst und bunten Momenten in dieser Welt hinterlassen hat.
Maria und Dieter Kilian
Wir kennen Barbara Nassler bereits seit 1974. Wir waren damals mit ihren Eltern, Erna und Rudi Nassler, gut befreundet. Wir haben uns regelmäßig zwei- oder dreimal in der Woche gesehen. Damals war die Barbara noch ganz klein. Wie ihre Eltern waren auch wir bei den Modellfliegern aktiv. Die Barbara ist mit uns groß geworden. Dieter hat eine Zeit lang in der Galerie Nassler gearbeitet.
Über die Jahre hinweg war es eine erfüllte Zeit in einer großen Freundschaft. Wir sind gemeinsam durchs Leben gegangen. Als wir im Dezember erfahren hatten, dass Barbara schwer erkrankt ist, gab uns der Arzt den Rat auf den Weg, das Leben zu genießen und weiterhin füreinander da zu sein. – Und das haben wir mit aller Kraft und aus ganzem Herzen bis zum letzten Tag für sie wahr werden lassen.
Der Glaube hat Barbara immer Hoffnung gegeben – gerade in dieser schweren Zeit. Sie hat sich in ihrem Leben stets von einem großen Vertrauen getragen gefühlt. Ganz besonders die letzten Monate.
Petra Goschenhofer
Mich verbindet mit Barbara Nassler eine kurze, aber intensive Beziehung. Ich habe es immer sehr geschätzt, dass sie sich Zeit genommen hat, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Ihr Interesse war immer echt – ihr Herz war groß genug, um mit vielen zwei- und vierbeinigen Gefährten ein Stück Leben zu teilen: immer bunt, immer offen und vielfältig, immer begeistert und begeisternd. Barbara Nassler hat unserer Neuburger Stadtgemeinschaft als kunstsinniger, empathischer und weltoffener Mensch so gut getan! Wir werden sie sehr vermissen.
Jürgen Niemeier
Barbara und ich haben uns auf einer Party im Jahr 2019 kennen gelernt. Anfang 2020 sprach sie mich an: „Hast du Zeit, mich bei der großen Ausstellung über den amerikanischen Popart-Künstler James Rizzi im Neuburger Schloss zu begleiten?“ – Wie sich herausstellte, war das ein riesengroßes Ereignis. Ich habe es genossen, mit ihr gemeinsam kreativ zu arbeiten.
Auch mein Freundeskreis ist nicht klein – aber ihre Freundschaft begeisterte mich von Anfang an wegen ihrer Offenheit, Großzügigkeit und ihrer großen Toleranz, aber auch wegen ihrer ganz tiefen Gläubigkeit. Wir hatten viele gemeinsame Schnittmengen.
Barbara hatte immer wieder neue Ideen – und hat mich dabei immer wieder eingebunden. Eine vollkommen bunte Frau. Als Galeristin hatte sie sich ein Netzwerk geschaffen, das zeitgenössische Künstler gerne mit einem Besuch in Neuburg krönten. Ihre Art Bilder zu rahmen und Passepartouts zu gestalten, war unkonventionell – aber immer stilsicher! Sie hat mit ihrer Galerie eine ganz besondere Mischung aus Künstlern und Kunstbegeisterten zusammengebracht. Zu ihren Ausstellungen kamen Gäste aus Hamburg, Bremen, Emden, Stuttgart, Passau oder vom Bodensee und aus dem ganzen Süddeutschen Raum.
Wenn sie mich gebraucht hat, dann war ich da. Es war eine ganz herzliche Beziehung. Bei den gemeinsamen Rückfahrten von Ausstellungen außerhalb Neuburgs ergaben sich immer angeregte Gespräche. Und zum Schluss waren wir uns immer einig, wie schön es doch ist, dass wir uns in unserem geliebten Neuburg so wohlfühlen.
Dr. Bernhard Gmehling, OB a. D.
Meine Familie und ich sind sehr traurig über den viel zu frühen Tod von Barbara Nassler. Frau Nassler war nicht nur eine gestandene Neuburger Geschäftsfrau, sie war Kunstkennerin, Kunstfreundin und auch selbst Künstlerin.
Ihre hervorragend organisierten Ausstellungen haben Maßstäbe gesetzt und nicht nur die Neuburgerinnen und Neuburger, sondern auch viele Gäste aus nah und fern in ihren Bann gezogen. Barbara hatte einen feinen Sinn für attraktive Expositionen, die oft außergewöhnlich waren, aber doch sehr viele
Menschen begeistert haben. Bei einigen ihrer Vernissagen durfte ich dabei sein und ein Grußwort sprechen. Ganz besonders ist mir dabei die Ausstellung mit Otto Waalkes vor einigen Jahren in Erinnerung: Otto hat sich ins Goldene Buch der Stadt Neuburg eingetragen und dieses ziert jetzt ein Original-Ottifant signiert von Otto!
Wir verlieren mit Barbara Nassler eine markante Neuburger Persönlichkeit, die sich auch immer für das Allgemeinwohl eingesetzt hat. Wir werden Barbara Nassler ein ehrendes Andenken bewahren.
Petra Ballier
Barbara ist für mich ein absoluter Herzensmensch. Kennengelernt haben wir uns über die gemeinsame Arbeit für die Kunst und Kultur in Neuburg. In einem so großen Unternehmen wie der Stadt Neuburg kommt es vor, dass eine Glasscheibe repariert oder ersetzt werden muss. Natürlich muss es dann ganz schnell gehen – und Barbara Nassler war stets mit ihrem Team zur Stelle.
So kamen wir ins Gespräch – und wurden Freunde. Sie hat so viele Menschen mit ihren kreativen Ideen begeistert. Und ich habe gerne mitgeholfen, diese umzusetzen. Bei der Eröffnung der großen Rizzi-Ausstellung im Schloss hatten wir gemeinsam im Team der Helfer mit ihr ganz viele schöne Momente. Und auch ihr 65. Geburtstag letztes Jahr war ein sehr besonderer, sehr glücklicher Tag für die Barbara und ihren Freundeskreis.
Als sie im Dezember die Diagnose erhalten hat, blieb sie bis zum Schluss immer positiv. Es hätte Gründe gegeben, zu jammern und sich zu fragen „warum ich?“. Aber nicht mit Barbara. Ihr Glaube hat sie getragen – und ihre Arbeit, die sie mit ganzer Energie und Schaffenskraft stets begleitet hat. Ich bin sehr froh, dass es in dieser kurzen und sehr intensiven Zeit so viele Momente für uns gab, wo wir das haben wahr werden lassen können, was Freundschaft ausmacht: „Kommst Du mal zum Kaffeetrinken vorbei – zum Ratschen?“. Diese Zeit, diese Spontaneität haben wir uns gemeinsam geschenkt. So wie sie immer für andere da war, so haben es die Freunde ganz unkompliziert und sehr liebevoll für sie eingerichtet: Wir alle waren für sie da.
Und wenn ich heute mit ihr reden möchte, und das passiert nicht selten, denke ich an die Stelle im „Kleinen Prinz“: „Wenn du nachts den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache.“
