Kaum ist der Sommer da, liegt dieser eine Satz in der Luft wie Sonnencreme auf dem Badehandtuch: „Mir ist laaaangweilig!“ Zum Glück braucht es nicht immer Freizeitpark, Fernreise oder pädagogisch wertvolle Großprojekte mit Laminiergerät. Oft reichen ein paar einfache Ideen, ein bisschen Fantasie und die Bereitschaft, dass am Ende irgendwer nass, bunt oder voller Sand ist.

Die Schatzsuche im Park
Ein Klassiker, der immer funktioniert. Statt Goldmünzen werden Blätter, Steine, Federn oder besonders krumme Stöcke gesucht. Wer möchte, malt vorher eine kleine Schatzkarte. Der Schatz selbst darf ruhig bodenständig sein: ein Apfel, ein Stickerbogen oder die feierliche Erlaubnis, den nächsten Spielplatz anzusteuern. Kinder lieben Missionen. Erwachsene
lieben, dass dabei alle laufen.

Die Mini-Olympiade im Garten
Sackhüpfen, Wasserbecherlauf, Dosenwerfen, Handtuch-Weitsprung: Alles ist erlaubt, solange niemand ernsthaft fragt, ob das olympisch anerkannt ist. Wichtig sind Urkunden, Fantasienamen für die Disziplinen und ein dramatischer Zieleinlauf.
Besonders schön: Bei der „Eierlauf“-Variante mit Kartoffeln gibt es weniger Tränen und keine Rührei-Krise.
Das selbstgemachte Sommer-Kino
Wenn draußen die Hitze flimmert, wird drinnen ein Kino eröffnet. Mit selbstgebastelten Eintrittskarten, Popcorn und Kissenplätzen. Das Publikum darf Kuscheltiere mitbringen, solange sie nicht rascheln. Vor dem Film wird abgestimmt, nach dem Film gibt es eine „Pressekonferenz“: Was war lustig? Wer war der Held? Warum lag Papa nach zehn Minuten schlafend auf dem Sofa?
Garten- oder Balkon-Camping
Manchmal braucht es gar keinen Campingplatz, um ein kleines Abenteuer zu erleben. Ein Zelt im Garten, eine Decke auf dem Balkon oder eine selbstgebaute Höhle aus Laken und Stühlen reichen völlig aus. Dazu kommen Taschenlampe, Kuscheldecke, ein paar Snacks und vielleicht ein Hörspiel oder eine selbst erfundene Gruselgeschichte, die natürlich nur so gruselig sein darf, dass danach noch alle schlafen können.
Das Schöne: Garten- oder Balkon-Camping funktioniert auch ohne echte Übernachtung. Schon ein Nachmittag im „Lager“ fühlt sich für Kinder nach großer Expedition an. Es können Eintrittskarten gebastelt, Campingregeln erfunden oder kleine Aufgaben verteilt werden: Wer ist für die Snacks zuständig? Wer bewacht das Kuscheltier-Lager? Wer leuchtet mit der
Taschenlampe besonders dramatisch unter das Kinn?
Abends wird das Ganze mit Picknick, Sterneschauen oder einer Mini-Nachtwanderung durch den Garten gekrönt. Und wenn doch jemand kalte Füße bekommt, ist das eigene Bett zum Glück nur wenige Schritte entfernt.
Natur-Bingo
Jedes Kind bekommt eine Liste oder Karte: gelbe Blume, Ameise, runder Stein, Wolke wie ein Tier, etwas, das piekst. Dann geht es raus zum Suchen. Natur-Bingo macht aus Spaziergängen kleine Expeditionen. Plötzlich ist nicht mehr der Weg zu lang, sondern die Welt voller Dinge, die entdeckt werden wollen.
Am Ende braucht guter Sommerspaß vor allem eines: keine Perfektion. Ein bisschen Chaos gehört dazu. Und wenn abends alle müde, klebrig und zufrieden sind, war der Tag ziemlich sicher ein Erfolg.
