DIE INTERVIEW-FRAGEN
❶ Persönliche Vorstellung: Wer sind Sie? Erzählen Sie uns kurz etwas
über Ihren beruflichen Werdegang, Ihre Verbindung zu Neuburg und warum Neuburg für Sie persönlich lebenswert ist?
❷ Motivation: Warum kandidieren Sie für das Amt der Oberbürgermeisterin bzw. des Oberbürgermeisters?
❸ Vision für Neuburg: Wie sieht Ihre Vorstellung von Neuburg in fünf bis zehn Jahren aus? Welche Entwicklung wünschen Sie sich für die Stadt?
❹ Schwerpunkte Ihrer Arbeit: Welche drei Themen sind für Sie die wichtigsten, wenn Sie gewählt werden und warum?
❺ Bürgernähe und Zusammenarbeit: Wie möchten Sie die Bürgerinnen und Bürger in Entscheidungen einbinden und die Zusammenarbeit mit Vereinen, Wirtschaft und Verwaltung gestalten?
Gerhard Schoder
❶ Ich bin 45 Jahre alt, verheiratet seit 20 Jahren und Vater von vier Kindern (8, 11, 15, 17). Ich bin Stadtrat, war Abteilungsleiter, Standortleiter mit Handlungsvollmacht und bin seit 10 Jahren selbstständiger Unternehmensberater, ein Digital- und Organisationsmensch, der seit vielen Jahren Unternehmen dabei unterstützt, ihre ganze Organisationen so aufzustellen, dass sie flüssig miteinander Ergebnisse produzieren können, speziell im Automobilsektor. Neuburg ist meine Heimat: hier aufgewachsen, das Abitur abgelegt, später vier Jahre „draußen“ unterwegs in New York und Washington DC – und seit 2011 wieder ganz bewusst zurück hier in Neuburg.
Warum Neuburg für mich lebenswert ist? Weil es hier dieses seltene Paket gibt: kurze Wege, starke Vereine, viel Ehrenamt, eine wunderschöne Altstadt und gleichzeitig echtes Potenzial für Moderne. Neuburg kann beides – Tradition und Zukunft. Und genau das will ich stärken: Dass Familien, junge Leute und Betriebe sagen: „My home is my Newcastle.“
❷ Ich habe unserem Neuburg viel zu verdanken und möchte den Bürgerinnen und Bürgern und der Stadt davon etwas mit Herzblut zurückgeben.
Ich kandidiere, weil ich nicht länger dabei zusehen will, wie gute Ideen in Schubladen verstauben – oder an „Das haben wir schon immer so gemacht“ scheitern. Ich habe viel gelernt in der Wirtschaft und als Selbstständiger: Verantwortung für Ergebnisse zu übernehmen und Dinge umsetzen – pragmatisch, transparent, mit Tempo und Respekt. Ich bin kein Kandidat für schöne Sonntagsreden. Ich kandidiere, weil Neuburg gerade jetzt eine Führung braucht, die Führung tatsächlich gelernt hat und beherrscht, die zuhört, priorisiert und liefert – und die Verwaltung dabei nicht als „Apparat“ der Selbstverwirklichung, sondern als Möglichmacher für Bürger und Betriebe versteht. Und ja: Ich habe richtig Lust auf dieses Amt. Weil wir hier vor Ort Großes bewegen können, direkt etwas Gutes tun für die Menschen, und weil Neuburg mehr kann als wir aktuell abrufen.
❸ In den ersten 100 Tagen werde ich mit Anwohnern und Einzelhändlern das Konzept für die temporäre Fußgängerzone auf den Weg bringen, damit wir möglichst noch dieses Jahr mit dem Versuch starten können. Mit einem “Neuburger Bauturbo” gehen wir den Nachtbergweg und Radlbrücke an und veröffentlichen die Ausbaupläne der Stadtwerke für die Nahwärme, damit Menschen, die Häuser bauen, endlich planen können. Mein Ziel ist ein Neuburg, das seine Stärken ausspielt: lebendige Innenstadt, starke Ortsteile, mehr bezahlbarer Wohnraum, moderne Schulen und Kitas, wohnortnah, sichere Rad- und Fußwege, verlässlicher ÖPNV mit Rufbus in die Ortsteile – und ein ordentliches Bad, in dem die Kinder schwimmen lernen können und die Vereine Sport treiben. Dazu eine Verwaltung, die digital und absolut bürgerorientiert funktioniert. Mein Ziel ist ein Neuburg, das wirtschaftsstark ist, in dem man gerne wohnt. Neuburg soll nicht „irgendwie laufen“, sondern vorangehen. Kurz: eine Stadt, die man gerne zeigt, weil sie so viel Lebensqualität bietet.
❹ Meine drei Schwerpunkte hängen zusammen – und sie zahlen auf unser Nummer-1-Problem ein: stabile Einnahmen.
Wirtschaft:
Neuburg braucht Tempo, und mehr „Ja, und“: Schnellere Genehmigungen, klare Ansprechpartner, aktive Ansiedlung und Pflege bestehender Betriebe. Ich komme aus der Wirtschaft, habe Organisationen aufgebaut und große Programme gesteuert – mit Zahlen, Prioritäten und Ergebnisdruck. Haushalt heißt für mich: messen, entscheiden, liefern. Ich will nicht zuerst über höhere Gebühren reden, sondern über bessere Rahmenbedingungen – damit neue Jobs entstehen und die Stadtkasse mitwächst. Ergebnis: mehr Wertschöpfung vor Ort, mehr Gewerbesteuer und Kaufkraft. Dazu holen wir gezielt Fördermittel – und schaffen beste Bedingungen.
Verkehr:
Mobilität muss funktionieren, ohne Kulturkampf. Sichere Schulwege, ein verlässlicher Rufbus/ÖPNV, kluge Parkplatz- und Flächensteuerung und bessere Rad-/Fußwege. Wer gut ankommt, bleibt länger, kauft hier ein und investiert hier.
Familien & Wohnen:
Bezahlbarer Wohnraum, gute Kitas/Schulen und starke Vereine sind Standortpolitik. Familien entscheiden, wo sie leben – und Unternehmen, wo sie Fachkräfte finden. Wenn wir Wohnen ermöglichen, gewinnen wir Zukunft und Zusammenhalt.
❺ Bürgernähe heißt für mich nicht nur Händeschütteln. Bürgernähe heißt: zuhören, erklären, abwägen – und dann entscheiden. Ich will regelmäßige offene Gesprächsformate in allen Stadtteilen, klare Rückmeldungen („Was werden wir tun, was nicht, und warum?“) und echte Transparenz bei Projekten, Kosten und Zeitplänen, und bei den ganz großen Themen auch die Meinung der Menschen aktiv über Befragungen einzuholen.
Es genügt aber nicht, nur gute Umfragen zu starten, wie zur Innenstadt, daraus muss dann auch ein Plan entwickelt und umgesetzt werden.
Wenn mal was länger dauert bei Stadtwerken oder Stadt, müssen die Bürger regelmäßig wenigstens ein Update bekommen, was gerade passiert, statt wie jetzt manchmal: wochenlange Stille.
Mit Vereinen und Ehrenamt möchte ich partnerschaftlich arbeiten, wie schon jetzt im Wahlkampf: weniger Bürokratie, verlässliche Ansprechpartner, planbare Unterstützung, Respekt für das Ehrenamt. Mit der Wirtschaft: regelmäßiger Austausch, auch mit kleinen Unternehmen, ein Wirtschaftsbeirat statt dem Wirtschaftsfrühstück, schnellere Genehmigungen, pro-aktive und offene Standortpolitik. Und mit dem Stadtrat, wie schon jetzt von mir gelebt: fraktionsübergreifende Zusammenarbeit mit allen, die Neuburg voranbringen wollen.