Wer im Dezember durch die Altstadt von Neuburg an der Donau spaziert, begegnet einer Stadt, die Geschichte nicht nur erzählt, sondern lebendig atmet. Zwischen Lichterglanz, Glühweinduft und barocker Architektur entfaltet sich ein Programm, das Tradition und Gemeinschaftsgefühl auf faszinierende Weise verbindet.
Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Säulen des Neuburger Kulturlebens: die traditionsreichen Stadtführungen, die längst Kultstatus genießen, und das Projekt „WIRKSAM – Frauennetzwerke der Hohenzollern im Spätmittelalter“, das mit Ausstellungen und Mitmachaktionen im Schloss Neuburg neue Perspektiven auf historische Frauenfiguren eröffnet.
Alle Jahre wieder
Ein Stadtrundgang mit Weihnachtsbräuchen
Der adventliche Stadtrundgang „Alle Jahre wieder“ ist ein Klassiker im Neuburger Veranstaltungskalender. Stadtführerin Henriette Mischka versteht es meisterhaft, Geschichte mit Humor und Wärme zu vermitteln.
Startend mit einer kleinen Glühweinprobe führt die Tour weiter durch die festlich geschmückte Altstadt – vom Schlosshof über die Schlosskapelle bis zur Provinzialbibliothek. Dabei erzählt Henriette Mischka nicht nur von evangelischen und katholischen Adventsbräuchen, sondern auch von den Veränderungen, die Neuburgs Glaubensgeschichte mit sich brachte.
Es ist ein Spaziergang, der die Besucher eintauchen lässt in eine Zeit, in der religiöse Umbrüche, Handwerkstraditionen und weihnachtliche Rituale eine Stadt formten, deren kulturelles Erbe bis heute spürbar ist.
Termine: 7., 14., 21., 26. Dezember jeweils um 14 Uhr
Treffpunkt: Tourist-Information
Dauer: 90 min
Preis: 10,00 € pro Person
„Ehebande – (Ohn)Macht der Frauen?“
und 6.12., 18.00 – 19.30 Uhr, im Schloss Neuburg – Führung mit der Ausstellungskuratorin Dr. Tanja Kohwagner-Nikolai
Am historischen Ort wird die Geschichte der Zollernprinzessin Margarethe erzählt, die nach dem Tod ihres Gatten ihr Schicksal selbst in die Hand nahm und schließlich eigenmächtig ihren Hofmeister heiratete. Eine solche Ehe mit einem nicht ebenbürtigen Partner war für Töchter des Hochadels nicht vorgesehen und hatte massive Konsequenzen. Margarethe gelang immerhin, was anderen verwehrt blieb: Ihre Nichte Barbara musste den Versuch einer Ehe unter Stand bitter bezahlen – mit jahrelanger strenger Haft. An das weitgehend unbekannte Thema solch eigenmächtiger Ehen im Spätmittelalter knüpfen sich erstaunlich aktuelle Fragen von weiblichen Rollenbildern und Schönheitsidealen.
Treffpunkt: Besucherzentrum Museumskasse
Preis: Museumseintritt
„Aussehen – Fein für Hof und Geschichte“
6.12., 12.00 – 18.00 Uhr, Schloss Neuburg –
Aktionstag zum Eröffnungswochenende
Margarethes Leben und Wirken strahlte weit über lokale und regionale Grenzen aus. Sie hatte maßgeblichen Anteil an der Landesteilung innerhalb der bayerischen Teilherzogtümer und lebte spätestens ab 1445 ein sehr ungewöhnliches Leben und setzte sich über gesellschaftliche Konventionen hinweg. Da kein zeitgenössisches Portrait Margarethes überliefert ist, schufen Studierende des Studiengangs Maskenbild der Theaterakademie August Everding München verschiedene Visualisierungen Margarethes – basierend auf historischen Schriftzeugnissen und einer künstlerischen Auseinandersetzung mit spätmittelalterlichen Frauendarstellungen, Schönheitsidealen und Rollenbildern adliger Frauen.
Live-Performance „Schminken wie im Mittelalter“ und Gespräch mit den Künstlerinnen und Künstlern vor ihren Werken
Treffpunkt: Besucherzentrum Museumskasse
Preis: Museumseintritt
„Mittelalterlicher Lippenbalsam.
Ein besonderes Geschenk für Weihnachten!“
6.12., 12.00 – 18.00 Uhr, Schloss Neuburg – Aktionstag zum Eröffnungswochenende. Offenes Mitmach-Angebot mit Lisa-Marie Liebig-Micko
Wo: Schloss Neuburg
Preis: Museumseintritt,
Kinder und Jugendliche bis 18 haben freien Eintritt
„Wie war es, eine Prinzessin im Mittelalter zu sein?“
6.12., 15.00 – 16.00 Uhr, Schloss Neuburg – Aktionstag zum Eröffnungswochenende
In einer interaktiven Führung entdecken wir gemeinsam das Leben zweier Prinzessinnen, die am Ende des Mittelalters lebten. Sie führten ein Leben, das wenig mit der Märchenwelt zu tun hat. Sie waren selbstbewusst und eigensinnig! Und gingen ihren eigenen Weg.
Familienführung mit Kindern ab dem Grundschulalter mit Dr. Tanja Kohwagner-Nikolai
Treffpunkt: Besucherzentrum Museumskasse
Preis: Museumseintritt,
Kinder und Jugendliche bis 18 haben freien Eintritt
„Weihnachten bei Herzogin Margarethe“
7.12., 13.00 – 18.00 Uhr, Schloss Neuburg –
14.12., 13.00 – 18.00 Uhr, Schloss Neuburg –
Winterzeit-Museumszeit. Offenes Mitmach-Angebot mit Daniela Schwarzmeier
Preis: Museumseintritt,
Kinder und Jugendliche bis 18 haben freien Eintritt
„Überraschende Frauenbilder des Spätmittelalters“
13.12., 15.00 – 16.30 Uhr, Schloss Neuburg, Führung mit der Leiterin des Projekts „WIRKSAM. Frauennetzwerke der Hohenzollern im Spätmittelalter“ Dr. Uta Piereth.
Am historischen Ort wird die Geschichte der Zollernprinzessin Margarethe erzählt, die nach dem Tod ihres Gatten ihr Schicksal selbst in die Hand nahm und schließlich eigenmächtig ihren Hofmeister heiratete. An das weitgehend unbekannte Thema solch eigenmächtiger Ehen im Spätmittelalter knüpfen sich erstaunlich aktuelle Fragen von weiblichen Rollenbildern und Schönheitsidealen. Welche Rollenzuordnungen gab es im 15. Jahrhundert, in welchen Quellen spiegeln sie sich und was gab es für überraschende Extrempositionen?
Treffpunkt: Besucherzentrum Museumskasse
Preis: Museumseintritt
Anmeldung: max. 20 Personen unter 08431 6443-0 oder svneuburg@bsv.bayern.de
„Frauen und die finanzielle Unabhängigkeit:
Im Mittelalter und Heute“
16.12., 18.00 – 20.15 Uhr, Schloss Neuburg –
Führung und Vortrag
Die Veranstaltung verbindet eine Führung durch die Sonderausstellung mit einem Vortrag über aktuelle Vorsorgemöglichkeiten von Frauen. So schlägt die Veranstaltung eine Brücke zwischen der äußerst geschickt finanziell agierenden Margarethe von Brandenburg zu dem hochaktuellen Thema Finanzen und Altersvorsorge von Frauen heute. Denn die finanzielle Unabhängigkeit der Frau ist bei weitem kein neues Thema. Denn es gilt: Nur wer frei über sein Vermögen verfügen und auf ein solches zurückgreifen kann, kann selbstbestimmte Entscheidungen treffen.
Im Anschluss an die Führung von Kuratorin Dr. Tanja Kohwagner-Nikolai zeigt Julia Kramer mit ihrem Vortrag „Finanzen und Altersvorsorge für Frauen – Basics“ auf, wie Frauen einen Grundstein für ihre Altersvorsorge legen können. Der Vortrag richtet sich speziell an Frauen jeden Alters und jeder finanziellen Situation, die mehr über ihre persönlichen Finanzen lernen möchten, um das Leben im Alter finanziell unabhängiger
gestalten zu können. Konkret werden folgende Fragen behandelt: Warum müssen sich Frauen mehr mit Finanzen beschäftigen? Wo soll ich anfangen? Wie kann ich für meine Zukunft vorsorgen? Die Veranstaltung endet mit einer abschließenden Fragerunde.