Der Reit- und Fahrverein begleitet die Neuburger durch das  ganze Jahr

Unentbehrlich beim Schloßfest und Leonhardiritt. Die Amazonen stellen die Mehrheit der 155 Mitglieder

„Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.“ An diesem Satz des Schriftstellers Friedrich von Bodenstedt sei einiges dran, finden die Mitglieder des Reit- und Fahrvereins Neuburg. Sie begleiten die Neuburger mit ihren Pferden durch das ganze Jahr.
Schloßfest, Hubertusjagd und Leonhardi-Umritt – die Reiterinnen und Reiter sind stets mit dabei. Der 101 Jahre alte Verein hält die Tradition hoch und hilft jungen Mitgliedern beim Einstieg in den aktiven Reitsport. Bei der 100-Jahr-Feier in Grünau segnete der Geistliche Menschen und Tiere und erwähnte das gegenseitige Vertrauen, das die Reiter und Reiterinnen auch ihren Tieren entgegenbringen müssten.

Die "Amazonen" prägen den Neuburger Reit- und Fahrverein
Die „Amazonen“ prägen den Neuburger Reit- und Fahrverein

Tradition mit großer öffentlicher Wirkung

Der Reit- und Fahrverein sei einer der ältesten Vereine der Stadt, gratulierte der damalige Oberbürgermeister Bernhard Gmehling zum 100-jährigen Jubiläum. Obwohl er selber zum Reiter nicht tauge, bewundere er die Auftritte der Reiter bei Herbstjagden oder beim Kirchenfest des Heiligen Leonhard. Rösser und Reiter gehörten auch zweifelsohne zum Bild des Schloßfestes, findet der Alt-OB. Er überreichte eine Geldspende der Stadt.
Die Vorsitzenden Siegfried Stöckl und Rainer Martin vertreten den Verein als Vorsitzende. Rainer Martin kümmert sich seit 26 Jahren als Reiterhauptmann um die Pferde, die beim Schloßfest zum Einsatz kommen. Man werde weiterhin gerne an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen. Das gelte für Umritte, Patrozinium, Volksfest, Schloßfest und die Reiterjagd des Schleppjagdvereins Bayern in Grünau. Die Reiterei ist mittlerweile stark weiblich geworden: Von den rund 155 Mitgliedern des Vereins sind zwei Drittel Mädchen und Frauen.

Vom Ringelstechen bis zur Nachwuchsarbeit

Die Vereinsgründung 1925 geht auf das Militär und seine Reiter zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Verein brach, erst die Sportreiterei brachte neue Aktivitäten. Reiter wie Reinhold Helmer, Erich Lösch, Lothar Gerhard, Horst Heidrich, Gerhard und Otto Seebauer begeisterten sich ab den 60er Jahren dafür. 1977 nahm erstmals eine Gruppe am Ringelstechen im Marstallhof teil. Die wilden Reiter fochten harte Kämpfe um den Ehrenkranz der Prinzessin aus und machten das Ringelstechen zu einer Attraktion des Renaissancefestes.
Bis heute trägt ein Pferd eines Vereinsmitglieds den Herold des Schloßfestes. Auch angesichts verschärfter Sicherheitsvorkehrungen mag man sich ein Schloßfest ohne Pferde nicht vorstellen.
Dienstältestes Mitglied des Reit- und Fahrvereins ist Anton Göbel. Der Bäckermeister ließ in jungen Jahren keinen Ritt aus und fuhr sogar in die Camargue, um dort Wildpferde zu reiten. 1987 begründete er mit Wittelsbacher Erlaubnis die Hubertusjagd in Grünau. „Dem Nachwuchs vermitteln wir einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Lebewesen Pferd“, betont Vereinschef Siegfried Stöckl. Dazu gehörten auch die Grundlagen der Pferdepflege. Der Verein biete Reiterkurse und zwei- bis dreimal pro Jahr Turniervorbereitungen sowie Reitabzeichen und gesellige Ausritte an. „Die Jugend ist immer willkommen bei uns.“

Mitglieder des Reit- und Fahrvereins Neuburg
Mitglieder des Reit- und Fahrvereins Neuburg