Sportsfreunde

Elf Fragen an Tanja Ortner und Helmut Fleißner

Sie haben schon einiges im Sport erreicht und sich überregional einen Namen gemacht: Nach dem Jugend-Sechser des Radfahrervereins 1899 Burgheim e. V. sowie der Fußballmannschaft Herren I des VfR 1926 Neuburg-Donau e. V. befragen wir in dieser Ausgabe von HALLO Neuburg zwei Persönlichkeiten, die ihre sportliche Karriere in diesem Sommer mit weiteren Erfolgen krönen konnten.
Tanja Ortner hat diesen August erneut die Deutsche Meisterschaft im jagdlichen Trap (Wurfscheibe) gewonnen. Nur zwei Wochen nach seinem Doppelsieg bei den Bayerischen Meisterschaften in Aschaffenburg beim Speerwurf und beim Hammerwerfen der Kategorie M70 hat Helmut Fleißner den 1. Platz bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Mastersklassen im Speerwurf erreicht.
Beide Sportpersönlichkeiten haben sich für HALLO Neuburg Zeit für ein exklusives Interview genommen. Was sie antreibt und begeistert, was sie erreicht haben und sich aktuell vornehmen, erfahrt ihr hier ebenso wie ihr Ritual vor dem Wettkampf, ihren Weg der Regeneration oder ihre Vorbilder. Auch für alle, die beim Sport noch unschlüssig sind, was sie begeistern könnte, haben Tanja Ortner und Helmut Fleißner einen persönlichen Tipp.

DIE INTERVIEW-FRAGEN

  1. Wie bist du zu deiner Sportart gekommen?
  2. Was gefällt dir an deiner Sportart am besten?
  3. Was ist dein größter sportlicher Moment? Und auf welches nächste Ziel trainierst du gerade?
  4. Hast du Rituale, die dir vor dem Wett-
  5. kampf helfen?
  6. Wie kannst du am besten regenerieren?
  7. Mit welchem Verein in der Region fühlst du dich verbunden, und warum?
  8. Wo ist dein Lieblingsplatz in der Region?
  9. Was ist dein Lieblingsessen?
  10. Worauf könntest du niemals verzichten?
  11. Wer ist/sind deine Vorbilder? Mit wem möchtest du am liebsten mal trainieren?
  12. Hast du einen Tipp für Leute, die noch nicht so sportbegeistert sind, um die Lust auf Sport zu wecken?

Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!

Helmut Fleißner – Leichtathletik

  1. Mit 13 Jahren habe ich beim TSV begonnen. Ab 60 Jahren habe ich das Training wieder intensiviert und bei den Masters angefangen.
  2. Weil es eine Individualsportart ist. Dort hat man ein hohes Maß an Eigenverantwortung.
  3. In Mönchengladbach die Deutschen Meisterschaften bei den Masters. Dort gewann ich Bronze im Hammerwerfen und Gold im Speerwerfen. Als Sportlehrer der Aufbau eines Triathlonteams (von ca. 2009 – 2012), die dann mehrmals Bayerische Meister geworden sind. Mein Ziel ist es, meine sportliche Technik und Leistung zu steigern.
  4. Um die Konzentration für den Wettkampf zu finden, ziehe ich mich gerne kurz an einen ruhigen Ort zurück.
  5. Meine Regeneration dauert ca. 1 – 2 Tage. Dann lese ich viel und fahre gerne mit dem Fahrrad durch Neuburg und die Umgebung.
  6. Der TSV, weil ich dort nie gewechselt habe. Dort sind die Trainingsbedingungen optimal. Außerdem der SV Zuchering. Sie haben es mir damals ermöglicht, bei den Deutschen Meisterschaften teilzunehmen. Wir waren ein Team u. a. aus Neuburgern, mit Günther Sellhuber und Erwin Kettl.
  7. Der Englische Garten in Neuburg. Da kann man gut spazieren
  8. gehen und Radfahren. Außerdem mag ich alles, was mit Wasser zu tun hat, die Donau, Weicheringer Weiher und die
  9. Auenlandschaften. Ich gehe aber auch sehr gerne durch die Neuburger Altstadt.
  10. Die mediterrane Kost, mit viel Fisch, Garnelen und natürlich Pasta. Das koche ich auch gerne selbst zu Hause.
  11. Ehrliche Meinung und Unterstützung.
  12. Vorbilder an sich habe ich nicht. Ich bewundere Sportler, die trotz mancher Hindernisse und Handycaps ihren Traum erfüllen.
  13. Langsam und v. a. entspannt anfangen, ohne anspruchsvolle Zielsetzung. Wichtig ist aber auch, kleine Fortschritte erkennen und genießen.
Tanja Ortner - Siegerehrung in Suhl
Tanja Ortner – Siegerehrung in Suhl

Tanja Ortner – Wurfscheibenschießen

  1. Mein Vater war auch Jäger und hat ziemlich gut Wurfscheibe geschossen. Früher hat man übrigens Tontauben gesagt. Er ist dann sehr plötzlich gestorben, und um die Waffen legal behalten zu können, habe ich zunächst den Jagdschein gemacht. Dann habe ich es mit Papas alter Flinte selbst mal ausprobiert und war ziemlich schnell begeistert.
  2. Man muss sich sehr gut konzentrieren und vergisst dann automatisch allen Ärger, den man eventuell sonst gerade hat. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt, es ist eine hervorragende Auszeit vom Alltag, wie ein kleiner Urlaub. Und es ist außerdem ein herrliches Gefühl, wenn die Scheibe zersplittert!
  3. Mein größter sportlicher Moment war, als ich die Deutsche Meisterschaft zum ersten Mal gewinnen konnte. Den Titel nochmal zu holen war aber natürlich auch schön. Im Moment plane ich, auch jagdliche Kombination zu schießen. Da muss man dann die Flinte mit einigen Kugeldisziplinen verbinden.
  4. Es hilft mir wirklich, mich gut zu konzentrieren und, wenn schon Scheiben fliegen, mir die Flugbahnen anzuschauen. Mit anderen Schützinnen und Schützen ratschen, was ich sonst gerne mache, geht vor dem Wettkampf leider gar nicht.
  5. Beim Schwimmen kann ich mich am besten regenerieren. Ich liebe Wasser und fühle mich da sogar wohler als an einem heißen Schießstand! Am meisten schätze ich daran, dass es völlig ohne Druck ist und niemand schaut, wie schnell ich bin oder wie weit ich schwimme.
  6. Tatsächlich fühle ich mich mit dem Donau-Ruderclub am meisten verbunden. Da bin ich schon über 40 Jahre dabei! Das Paddeln war meine erste große Liebe und ich mag ja Wasser sehr gerne, wie ich bereits oben erwähnt habe. Besonders verbunden fühle ich mich auch mit dem Jagdschutzverein Neuburg und, auch wenn er nicht in unserer Region ist, möchte ich hier den JSSV Herrieden-Wieseth erwähnen. Für diesen Verein in Mittelfranken gehe ich als Schützin an den Start, dort gibt es einen wunderschönen Schießstand, hervorragende Trainingsbedingungen und der Verein unterstützt mich auch.
  7. Das ist jetzt wahrscheinlich keine große Überraschung, es ist der Donaustrand an der Ringmeierbucht. Im Sommer schwimme ich da fast jeden Tag eine kleine Runde und sogar im Winter gehe ich ab und zu mal kurz in die Donau.
  8. Spaghetti aglio e olio.
  9. Viel Kontakt zu anderen Menschen zu haben und mich regelmäßig auszutauschen.
  10. Ich habe einen ausgezeichneten Trainer, der mit einer irrsinnigen Konstanz gut schießt. Deshalb ist er diesbezüglich auch mein Vorbild. Glücklicherweise schießt in meinem Verein (es ist der JSSV Herrieden-Wieseth) auch ein Schütze aus dem Nationalkader Flinte, mit dem ich ab und zu mal trainieren darf. Diesbezüglich bin ich wunschlos glücklich!
  11. Die Sportart an sich muss Spaß machen. Wenn man sich vornimmt, wegen der Gesundheit oder dem Gewicht irgendwas zu machen, was einem keine Freude macht, kann man das meiner Meinung nach nicht durchhalten – ich bin da auch kein Disziplinwunder! Man muss sich eine Sportart suchen, ohne die man es gar nicht mehr aushält.