Mit nur 66 Jahren ist der ehemalige Redaktionsleiter der Neuburger Rundschau, Manfred Rinke, gestorben. „Mari“ – sein Autorenkürzel wurde sein Spitzname – hat eine schwere Krankheit innerhalb weniger Monate aus dem Leben gerissen. Seine Familie, Freunde und Kollegen erreichte am 9. August die erschütternde Nachricht von seinem Tod. Rinke war als herzlicher und fröhlicher Mensch geschätzt und beliebt. Seine positive und offene Art öffnete ihm Türen, sein spitzbübischer Charme und seine Menschlichkeit waren im Privaten wie im Berufsleben für ihn typisch. Wer ihm mit einem Anliegen begegnete, konnte stets auf Wohlwollen hoffen.
Mit Respekt und Wertschätzung führte er 21 Jahre lang die Redaktion der Neuburger Rundschau und verlor auch nach dem Abschied aus dem Berufsleben nie „seine NR“ aus den Augen. So hat die Nachricht von seinem Tod nicht nur in Neuburg, sondern vor allem auch innerhalb seines ehemaligen Kollegenkreises im gesamten Verlag der Heimatzeitung große Betroffenheit ausgelöst. Seine Karriere als Journalist in Neuburg begann der gebürtige Ingolstädter Rinke nach seinem Volontariat beim Sportkurier in Augsburg am 1. März 1984 als Lokalredakteur mit Schwerpunkt Sport – und machte seine größte Leidenschaft zum Beruf. Der Stadt an der Donau blieb er sein gesamtes Berufsleben treu. Nach 39 Jahren aktiver Zeit als Journalist verabschiedete er sich im Mai 2023 in die Altersteilzeit. Er hatte viele Pläne, die zu verwirklichen, dem Familienmenschen leider nicht mehr vergönnt waren. Er hinterlässt gemeinsam mit seiner Frau Petra drei Töchter, einen Sohn und sechs Enkelkinder.
Mari begleitete und führte die NR durch prägende Jahre. Er startete im Zeughaus auf dem Karlsplatz mit Schreibmaschine, zog 1995 mit dem Computerzeitalter in die Schmidstraße und führte die Redaktion ins moderne Großraumbüro im Fürstgartencenter. Für ihn gehörte eine Lokalredaktion ins Herz einer Stadt, der Kontakt zum Leser war stets respektvoll und ihm wichtig. Seinen Beruf lebte er nicht nur als klassischer Schreiber, sondern auch als Netzwerker. Gerade auch soziale Unternehmer und Organisationen oder Ehrenamtliche wie die Fleißigen Bienen fanden in ihm einen Fürsprecher. Das Leserhilfswerk „Kartei der Not“ war ihm eine echte Herzensangelegenheit. Er engagierte sich beim Lions-Club.
Maßgebliche Entwicklungen der Stadt begleitete er: wegweisende Wahlabende, Ansiedlungen wichtiger Unternehmen, das Gezerre um den Bau einer Ostumfahrung mit Zweiter Donaubrücke, der Zuschlag für den Campus der THI. Er sah Oberbürgermeister und Landräte kommen und weiterziehen, beschrieb das Schloßfest und kommentierte Rückschläge wie Erfolge seiner Wahlheimat Neuburg. Doch sein Herz schlug immer für den Sport. Nicht nur, weil er selbst begeisterter Fußballer und später Golfer war. Er fieberte mit dem VfR Neuburg und hatte auf den Ryder Cup am Wittelsbacher Golfclub gehofft. Die Leistung der Donaunixen bewunderte er und es machte ihn mehr als stolz, dass seine Tochter Lisa das Synchronschwimmen für sich entdeckte und es bis zur Weltmeisterschaft geschafft hat. Ohne Sport und körperliche Fitness konnte er sich auch sein eigenes Leben nicht vorstellen. Den Besuch im Studio verband er gerne mit einem „Servus“ in der Redaktion.
In seinen letzten Zeilen als NR-Redaktionsleiter schrieb Rinke: „39 Jahre und einen Monat später – ich sage Danke für erfüllende, aber nicht immer einfache Jahre. Sage Danke für das von vielen Seiten entgegengebrachte Vertrauen und verabschiede mich zufrieden nach getaner Arbeit: „mari“ sagt Servus!“. Dass es so schnell für immer sein würde, damit hatte niemand gerechnet. Mari – Leb’ wohl!