Die Zeit der Weihnachtsengel

HALLO Neuburg erzählt von Menschen, die sich besonders für andere einsetzen

Ein Weihnachtsmarkt direkt vor der Haustür

Die Weihnachtshütte im Garten des Senioren­zentrums lädt ihre Bewohner zu einem adventlichen Bummel ein

Ein Bummel über den Weihnachtsmarkt – was für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit ist, die unbedingt zum  Advent dazugehört, war für die Bewohnerinnen und Bewohner des BRK Seniorenzentrums am Schwalbanger bis vor einigen Jahren leider nur eine liebgewonnene nostalgische Erinnerung. Aufgrund ihres Alters oder ihrer gesundheitlichen Verfassung waren sie meist nicht mehr in der Lage, sich auf einen solchen Ausflug zu begeben.

Was für eine Überraschung war es da, als ein engagierte Team des BRK Seniorenzentrum vor 3 Jahren begann, eine Weihnachtshütte im Garten aufzustellen. Wo sich im Sommer der Streichelzoo tummelt, großzügige Wege das Spaziergehen ermöglichen und sonnige Plätzchen zum Verweilen einladen, ist seit einigen Jahren alles vorhanden, was man für einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt braucht.

Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurstsemmeln – dieser herrliche Duft begeistert alle Jahre wieder viele Bewohnerinnen und Bewohner. Da stellt sich die Weihnachtsmarktatmosphäre wie von selbst ein. Auch die Angehörigen und die Mitarbeitenden nutzen die Gelegenheit gerne, den Mini-Weihnachtsmarkt im Garten des BRK Seniorenzentrums zu besuchen.

Schon im Vorfeld bereitet Hauswirtschaftsleistung Annett Stumpf und ihre Kolleginnen und Kollegen diese Aktion liebevoll vor.
Gegen eine kleine Spende kann man Strickwaren, Plätzchen, Liköre und Stollen erwerben. Die Weihnachtshütte wurde im letzten Jahr von Haustechniker Thomas Veitinger in Eigenregie gebaut.

„Aus dem Verkauf des Weihnachtsmarktes kommt immer einiges an Spenden zusammen“, erzählt Annett Stumpf. „Wir haben davon schon für unsere Bewohnerinnen und Bewohner Wolldecken, Puppen für Demenzkranke und Staffeleien mit Malutensilien (es gab schon eine Ausstellung im Haus) gekauft. Weiterhin durften die Bewohnerinnen und Bewohner sich im Sommer an Eisbechern erfreuen und hatten Besuch von Alpakas.“

Die positiven Rückmeldungen von allen Seiten und die strahlenden Augen der Seniorinnen und Senioren freuen das ganze Organisationsteam sehr: „Wir werden diese Idee für die
Zukunft beibehalten – auch in dieser Adventszeit hat die Weihnachtshütte unter den vorweihnachtlichen Aktivitäten in unserem Seniorenzentrum ihren festen Platz.“

Nils Lahn, Fabian Börne, Angelika Burghardt
Nils Lahn, Fabian Börner, Angelika Burghart

Für die Kinder unserer Heimatstadt: der Neuburger Adventskalender

Die gemeinsame Aktion zugunsten der EisArena auf dem Weihnachtsmarkt am Schrannenplatz war ein voller Erfolg.

Es dauerte nur wenige Wochen – dann hatte jedes Exemplar der limitierten Auflage begeisterte Besitzer gefunden: Der Neuburger Adventskalender war restlos ausverkauft!

Die Idee für diesen exklusiven Kalender entstand bereits im Frühjahr dieses Jahr. „Mrs. Neuburger Weihnacht“ – Angelika Burghart von der Stadt Neuburg – hatte sich von einem früheren Sparkassenprojekt inspirieren lassen und wandte sich spontan an den Künstler Fabian Börner.

Sein wunderschönes und detailreiches Wimmelbild lässt die Neuburger Weihnacht in unserer festlichen Heimatstadt lebendig werden. Auf dem Adventskalender sind nicht nur die stimmungsvoll geschmückten Straßen und das Neuburger Schloss zu sehen. Es rückt auch all jene in den Blickpunkt, die den Weihnachtszauber überhaupt möglich machen – vom Postboten über den Techniker bis hin zu den Mitarbeitenden der Stadtwerke. „Es gibt so viele, die im Hintergrund dafür sorgen, dass der Weihnachtsmarkt funktioniert“, erklärt der Illustrator. „Deshalb sollten sie auch Teil des Bildes sein.“

Die Umsetzung des Wimmelbilds stellte eine besondere Herausforderung dar: „Man will alles zeigen – das Schloss, die Pyramide, die Arena – aber es darf nicht überladen wirken“, so Fabian Börner. Von den ersten Skizzen im Februar bis zur fertigen Druckdatei im August feilte er in vielen Abstimmungsrunden an der perfekten Darstellung.

Das Ergebnis beeindruckt in mehrerer Hinsicht: Anstelle von Schokolade verstecken sich hinter seinen Türchen knusprige Schokokugeln. Der Neuburger Adventskalender war auf 500 Exemplare limitiert und beim Stadtmarketing Neuburg für 6 Euro erhältlich. Der Erlös des Verkaufs fließt in die Neuburger EisArena. Fabian Börner sieht diesen solidarischen Aspekt als besonderen Beweggrund: „Mir war wichtig, dass niemand daran verdient. Sondern dass das Geld dort ankommt, wo es wirklich etwas bewirkt – bei den Kindern unserer Heimatstadt.“

Nils Lahn ist von der Initiative rundum begeistert: „Unser Adventskalender soll etwas Besonderes sein – und gleichzeitig Gutes tun.“ Das Projekt soll keine einmalige Aktion bleiben, sondern auch anderen Künstlerinnen und Künstlern der Stadt eine Bühne bieten. „Es gibt viele kreative Menschen in Neuburg. Warum also nicht im nächsten Jahr wieder, vielleicht mit einem neuen Motiv?“, so der engagierte Stadtmarketing-Geschäftsführer.

Für Fabian Börner ist die Zusammenarbeit ein Zeichen der Wertschätzung: „Dass man nach Jahren wieder angerufen wird und gefragt wird, ob man Lust hat, mitzumachen – das ist für mich ein großes Kompliment.“ Sein Wimmelbild ist mehr als nur ein Adventskalender. Es ist ein liebevoll geschaffenes Stück Neuburger Weihnachtskultur, das Jung und Alt gleichermaßen zum heiteren Entdecken und nostalgischen Erinnern an die Weihnachtszeit der eigenen Kindertage einlädt. Und es ist ein Stück gelebte Solidarität, die in der Neuburger Weihnacht ganz selbstverständlich mit dazugehört.

Auch an Weihnachten für andere Menschen da sein

Das Team der KANO an unserem Krankenhaus ist 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag im Einsatz – wenn andere feiern, steht der Dienst am Menschen im Mittelpunkt

Arbeiten in der Notaufnahme eines Krankenhauses – wer „Emergency Room“, „New Amsterdam“, „Pulse“ oder „Grey’s Anatomy“ liebt, schätzt die Action, das Adrenalin und den Teamspirit dieser Serien. Doch dramatische Geschehnisse und persönliche Schicksalschläge von der Couch oder dem Computer aus zu streamen, kommt nicht im Ansatz dem Gefühl gleich, wie es ist, ganz persönlich Teil der Geschichte zu sein. Und: Gerade an den Feiertagen, wenn andere Weihnachten oder Silvester feiern, gibt der Dienstplan vor, was an persönlicher Festtagsstimmung möglich ist. Ein Interview mit Raik Thiemke und HaPe Baumgartner vom Team KANO, der Klinik für Akut- und Notfallmedizin im AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg.

Wie sind die Dienste an Weihnachten oder anderen Feiertagen geregelt?

Die Dienste unterscheiden sich nicht vom Rest des Jahres. Wir haben unsere Dienstzeiten dem Patientenaufkommen angepasst. Das bedeutet, dass wir zu den Arbeitsspitzen hin die Besetzung hochfahren. Wenn statistisch gesehen das Aufkommen abnimmt, setzen wir weniger Personal ein. Aber grundsätzlich sind wir in drei Schichten über 24 Stunden verteilt unterwegs.

Wird beim Weihnachtsdienst jeder gleich behandelt oder gibt es besondere Situationen, wo man nicht Dienst machen muss?

Zum Glück gibt es bei unserem KANO Team Präferenzen: Die einen arbeiten gern an Weihnachten und die anderen gern an Silvester. Mitarbeitende mit Kindern werden natürlich bei der Planung berücksichtigt und können auf den Dienstplan Einfluss nehmen.

Wie läuft ein Weihnachtstag normalerweise bei euch in der Notaufnahme ab … nur so als Erfahrungswert?

Im Prinzip ist das ein Tag für uns wie jeder andere. Ob weniger Patientinnen und Patienten kommen oder nicht, ist nicht vom Tag abhängig und deshalb sehr schwer einzuschätzen. Erfahrungsgemäß ist am Vormittag mehr los. Um die Mittagszeit und am frühen Nachmittag besuchen uns eher die Küchenunfälle …

In den frühen Abendstunden zur Zeit der Bescherung wird es ruhiger. Zu später Stunde starten dann die Nachtschwärmer durch, und es kommen „Getränkeunfälle“. Natürlich sind auch die Rettungskräfte der Hilfsorganisationen unterwegs, versorgen die Bewohner der Stadt und bringen sie bei Behandlungsbedarf in die Klinik.

Wie immer ist das Aufkommen der Patientinnen und Patienten sehr wetterabhängig: Schönes Wetter bringt viele Freizeitunfälle, ein Eis­regen viele Stütze … wie an jedem anderen Tag auch.

Gibt es typische Weihnachtskrankheiten oder -unfälle?

Ja, auf jeden Fall. Die „Klassiker“ sind zerbrochenen Gläser in den Händen, Schnittwunden beim Einräumen der Spülmaschine oder vom Zerlegen des Bratens, Stürze und was im Haushalt so passiert.

Außerdem Bauchschmerzen oder Erbrechen, aber auch schwere Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Wie ist bei euch die Stimmung im Team an Weihnachten?

Unsere Stimmung ist recht gut, denn die Kolleginnen und Kollegen haben sich den Dienst ausgesucht. Natürlich ist es schön, wenn die Kollegen in der Schicht zusammen essen können. Hier wird dann gern Selbstgekochtes mitgebracht und dann gemeinsam gegessen – wenn möglich. Denn natürlich hat die gewohnte professionelle Versorgung der Patientinnen und Patienten oberste Priorität.

Habt ihr die Zeit, es euch auch ein bisschen weihnachtlich zu machen?

Seit Jahren ist es Tradition, die Notaufnahme gerade an Weihnachten zu schmücken. Wir haben hier ein Deko-Team, das sich jedes Jahr etwas Neues einfallen lässt. Nur zur Erinnerung: Unser Weihnachtsbaum aus Einmal-Handschuhen hat es vor ein paar Jahren bis in die Neuburger Rundschau geschafft. Es gibt Lebkuchen und Plätzchen, Nüsse, Apfel und Orangen. Natürlich achtet unser Team bei allen Aktivitäten auf die Vorschriften der Hygiene, um niemand zu gefährden.

Uns geht es hier vor allem um unsere kleinsten Patientinnen und Patienten, die immer sehr begeistert sind, in eine weihnachtlich geschmückte Abteilung zu kommen. Bei uns haben sie viel zu entdecken … Wir schalten die Lichterketten ein und kümmern uns um die Patientinnen und Patienten und deren Angehörige – mit ganz viel Kompetenz und Fürsorge von Mensch zu Mensch.